Beispiel: Aktionstage 2017 im Rheinland

Nachdem in den letzten Jahren die verschiedensten Gruppen und NGOs Aktionen zum Thema Braunkohle gemacht hatten, entschieden wir uns als Klimagerechtigkeitsbewegung in Deutschland für das Jahr 2017 gemeinsam dazu, uns noch mehr aufeinander beziehen zu wollen. Wir wollten die kollaborative Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteur*innen der Bewegung, wie z.B. lokalen Bürgerinitiativen, autonomen Kleingruppen, NGOs, herrschaftskritischen Klimagruppen und Ende Gelände stärken. Dabei war es unser Ziel, unsere Unterschiede als Bereicherung zu verstehen. Verschiedene Formen des Widerstands sollten noch sichtbarer und so zu einer wirkmächtigen Kollage werden.

Die Voraussetzung dafür war ein gemeinsamer Prozess des Kennenlernens und Austauschens. Bei verschiedenen Treffen diskutierten wir miteinander, wie die Aktionstage gestaltet werden können, so dass sich alle einbringen und damit wohlfühlen können. Wir sprachen beispielswei-se über eine mögliche gemeinsame Geschichte, die wir erzählen könnten, über eine Aktionschoreographie und über Vereinbarungen zur Ausrichtung der Aktionen. Im Laufe des Prozesses war es wichtig, dass ein Vertrauen zwischen den verschiedenen Akteur*innen entstehen konnte. Dazu trugen die Diskussionen im Plenum, transparente und ehrliche Aussagen und persönliche Gespräche untereinander bei. Hilfreich war auch anzuerkennen, dass wir nicht über alle Punkte eine Einigung brauchten, um miteinander arbeiten zu können.

Wir begannen also einen Prozess, in dem wir versuchten zu lernen, gemeinsam auf Augenhöhe zu arbeiten. So etwas erscheint oft mühsam, weil Meinungsunterschiede sichtbar werden. Dabei kann es helfen, sich vor Augen zu führen, dass eine strategische Zusammenarbeit als solche schon ein großer Schritt und Gewinn ist. Wenn diese Broschüre das erste Mal durch die Drucker läuft, ist das Vorhaben „gemeinsame Aktionstage 2017“ noch nicht abgeschlossen – wir sind gespannt, was es daraus noch zu lernen gibt!

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