Janna Aljets


Ali beschreibt in seinem Text einen Prozess in dem verschiedene Bewegungen zusammengekommen sind und gemeinsam gekämpft haben. Zwei Bewegungen, die in Deutschland noch sehr getrennt voneinander agieren, sind die Bewegung für Arbeitsrechte und die Klimagerechtigkeitsbewegung. Oft scheint es gar als stünden sie sich verfeindet gegenüber – aber muss das so sein? Janna Aljets, die bei der BUNDjugend einen Dialog zwischen Jugendlichen aus Umwelt- und Gewerkschaftsbewegungen leitet, antwortet:

No Jobs On A Dead Planet – Keine Kohle, Keine Jobs?!‘

So wahr und treffend der Slogan der amerikanischen Umweltaktivistin Judy Bonds immer noch ist, so sehr spiegelt er aber auch den blinden Fleck der Klimabewegung wider. Wenn wir in der Klimabewegung nach globaler Gerechtigkeit verlangen, dann müssen wir auch die Sorgen derjenigen Menschen ernst nehmen, die jetzt in ihren Jobs von der fossilen Industrie abhängig sind. Die Braunkohlereviere in Deutschland sind zum Beispiel eher strukturschwache Regionen, in denen es für die Beschäftigten vor Ort kaum vernünftige Alternativen gibt. Wenn der klimapolitisch notwendige Kohleausstieg zeitnah vollzogen werden soll, dann muss sich auch die Klimabewegung mit Fragen von Strukturbrüchen und verlässlichen Arbeitsplatzperspektiven auseinandersetzen. Dabei machen es sich Klimaaktivist*innen oft leicht, wenn sie auf viele neue Jobs in den noch weiter auszubauenden erneuerbaren Energien setzen. In dieser Branche sind die Jobs bisher eher mies und die gewerkschaftliche Vertretung ist dünn. Deshalb würde es der Klimabewegung gut stehen, wenn sie ihre Bemühungen verstärken würde, um mit anderen gesellschaftlichen Akteuren wie den Gewerkschaften nach ökologischen UND sozialen Lösungen zu suchen. Kurzfristig machen Entschädigungen und alternative Arbeitsplätze sicher Sinn. Langfristig aber sollten sich soziale Bewegungen auch Gedanken zu der Frage machen, wie wir gemeinsam eine Wirtschaft und Gesellschaft aufbauen, in der Menschen nicht mehr von einer Lohnarbeit in umweltschädlichen Industrien abhängig sind. Gemeinsam müssen wir die Frage stellen, was wir eigentlich wovon produzieren wollen und welche Wirtschaft geeignet ist, um die grundlegenden Bedürfnisse von allen Menschen zu erfüllen ohne dass dabei der Planet kollabiert. Wer Gerechtigkeit ernst nehmen will, muss dabei das gute Leben aller im Blick behalten.“

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